Flixtrain nach Hamburg – eine kleine Zeitreise

Video unserer Reise mit dem Flixtrain nach Hamburg

Seit einige Zeit ist Europas führender Fernbusanbieter Flixbus auch auf der Schiene unterwegs.
Mit der Übernahme der beiden Start ups Locomore (Stuttgart-Berlin) und HKX(Hamburg-Köln) hat der Anbieter sich zwei interessante Strecken gesichert.

Insbesondere letzere Strecke ist für den Einsatz der privaten Züge prädestiniert denn hierbietet die DB mit ihren IC Zügen ein nur wenig moderneres und vor allem keinschnelleres Produkt an.
Auf der Strecke Berlin Stuttgart konkurriert Flix hingegen mit den ICEs der Deutschen Bahn, welche die Strecke doch schneller bewältigen. Immerhin bietetdie DB auf der Strecke aber keine umsteigefreie Verbindung an.

Mein Bericht soll sich aber nun auf die Strecke nach Hamburg konzentrieren.

Preise und Buchung

Buchen kann man die Fahrkarten in den Flixbus Verkaufsstellen und natürlich über dieFlixbus Buchungsplattform im Internet.
Die Preise sind sehr unterschiedlich. Sie variieren je nach Strecke, Auslastung etc.
Grundsätzlich soll der Standardpreis für die weiteren Strecken also von Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet nach Hamburg bei rund 10 Euro starten. Es soll aber auch schon Sonderaktionen mit Preisen von 2,19€ gegeben haben.
Wir haben für unsere Fahrt an einem Samstag 16,90€ für Duisburg – Hamburg Hbf bezahlt.
Das topt natürlich immer noch selbst die günstigen 19€ super Sparpreise der DB. Insgesamt kann man die Ticketpreise als günstig bezeichnen.

Vor und Nachteile am Flixtrain

Sitzplatzreservierungen gibt es im Flixtrain für 3,49€ für Gang- und Mittelplatz und 3,99€ für denFensterplatz. Grundsätzlich werden laut Flixtrain aber nicht unbegrenzt Tickets für die Verbindungen verkauft, so dass grundsätzlich jeder Gast wohl auch einen Sitzplatz erhalten soll. Die Reservierung lohnt sich also insbesondere dann,wenn man einen bestimmten Platz möchte oder eine ganze Gruppe zusammen sitzen will. Die reservierten Plätze sind auch nur in bestimmten Wagen.
Wer schon zu Beginn der jeweiligen Fahrt einsteigt, der sollte, selbst als Gruppe, eigentlich immer noch entsprechend brauchbare Plätze finden.

Dies ist neben dem günstigen Reisepreis ebenfalls ein Vorteil gegenüber der DB.

Allerdings stehen auch ein paar Nachteile dem gegenüber.

Grundsätzlich werden die Verbindungen deutlich seltener gefahren als bei der Deutschen Bahn.Die Abfahrts- und Ankunftszeiten müssen also jeweils passen.
Des weiteren sind alle Tickets auf die gebuchte Verbindung gebunden. Flexible Tickets wie bei der DB gibt es bei Flix nicht. Wer also seinen Zug verpasst,der hat ein Problem. Insbesondere, da anders als bei den zuggebundenen Tickets der Bahn die Zugbindung nicht entfällt, wenn der vorherige Zug mit dem man angereist ist, verspätet ankommt.

GünstigeTickets sind nur bedingt günstig

Damit dieFahrt mit dem Flixtrain wirklich so günstig wird wie beworben muss der Start-und Zielort aber genau da liegen wo auch der Flixtrain lang fährt. Oder man muss, wie in unserem Fall, ohnehin bereits Tickets für den An- und Abreiseverkehrsverbund besitzen. Ansonsten wird das Schnäppchen nämlich schnell teuer. Wer z.B. nicht von Düsseldorf nach Hamburg will, sondern von Mönchengladbach nach Kiel, der muss den Vor- und Nachlauf separat buchen. Sofern die Deutsche Bahn für die Gesamtstrecke nur noch Tickets zum Normalpreis im Angebot hat, wird dies mit dem Flixtrain immer noch günstiger werden. Mit den 19€ oder 29€ Sparpreisen der Bahn kann der Flixtrain bei solchen Strecken aber nicht mehr konkurrieren.

Die Fahrtmit dem Flixtrain – eine kleine Zeitreise

Im Gegensatz zu den ICs der Bahn war der Flixtrain an unserem Reisetag bis auf wenige, zu vernachlässigende, Minuten pünktlich.
Im Zug begibt man sich auf eine kleine Zeitreise. Auf der Strecke Hamburg –Köln werden die Wagen vom Bahnunternehmen BTE Bahn-Touristik-Express gestellt, welches bereits für den Vorgängerzug HKX gefahren ist.
Es sind recht betagte Abteilwagen, welche optisch zum Teil auch schon etwas mitgenommen wirken. Aber diese Wagen haben auch ihre Vorteile. Die Sitze sindnoch weich gepolstert und damit relativ bequem. Fenster kann man öffnen und ist damit nicht von einer Klimaanlage abhängig.

Fahrtverlauf und Service

Insgesamt empfanden wir den Zug als verhältnismäßig bequem.
Das Serviceteam an Bord war sehr freundlich.
Einige der eingesetzten Wagen sind ehemalige Liegewagen aus dem Touristikbereich. In einem der Serviceabteile befindet sich der Bordverkauf. Dieser bietet einige Getränke und Snacks. Ein weitergehendes gastronomisches Angebot ist jedoch nicht vorgesehen.

Während unserer Fahrt war es darüber hinaus möglich, sich am Bordverkauf gegen Hinterlegung eines Pfandes Powerbänke zur Ladung des Handys oder Tablets auszuleihen, da die Züge noch nicht mit Steckdosen ausgestattet waren.
Die Ausstattung soll noch nachträglich erfolgen. Bis dahin bietet Flix diesen Service an.

Unser Ziel Hamburg haben wir fast pünktlich erreicht.

Fazit:


Preislich muss man je nach Anfangs- und Zielort der Reise darauf achten, ob derFlixtrain als Alternative in Frage kommt oder ob ein Ticket der DB günstiger wird. Wenn Start- und Zielort auf dem Weg des Flixtrain liegen, kann man kaum günstiger Reisen. Der Komfort ist einfach aber vollkommen ausreichend. Wir waren mit der Fahrt zufrieden.
Allerdings wird Flix mit dem Zug seinen eigenen grünen Bussen Konkurrenz machen, Denn selbst wenn der Zug etwas teurer würde, ist die deutlich kürzere Reisezeit durchaus attraktiv. �

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