In der Condor Premium Class nach Düsseldorf

Video über unseren Flug.

Nachdem unser Urlaub auf der Mein Schiff zu Ende ging, hieß es für uns, die Heimreise anzutreten.

Hierfür hatten wir uns im Vorfeld die Condor ausgeguckt. Die rund 170 Euro für den Flug in der Premium Class schienen uns angemessen und so freuten wir uns auf den hoffentlich entspannten Rückflug.

Da es sich in Las Palmas um einen typischen Touristen Airport handelt, suchte man hier umfangreiche Priority Behandlungen vergebens. Glüclicherweise flogen an unserem Reisetag aber bereits ab 14 Uhr Condor Flüge richtung Deutschland, so dass wir bereits ab 12 Uhr an die Check In Schalter konnten und somit auch für unseren späteren Flug bereits das Gepäck los wurden und unsere Bordkarten erhielten. Dies war für uns ein großer Vorteil, da wir noch die Priority Pass Lounge, die hinter den Sicherheitskontrollen liegt, besuchen wollten.

Die als „Sala VIP“ ausgeschilderte Lounge ist die die einzige ihrer Art am Flughafen und so haben neben Kunden des Priority Passes und anderen Lounge Netzwerken auch sämtliche Gäste Zutritt, die mit einer Airline fligen, welche einen Lounge Besuch anbietet. Condort gehört übrigens nicht dazu.

Das Getränke- und Spirituosenangebot war für eine Lounge dieser Klasse überdurchschnittlich groß. Speisen gab es quasi nur in Form von etwas Obst, einigen süßen und salzigen Snacks, sowie verschiedenartigen, in Folie verschweißten Backwaren. Insgesamt waren die Sachen aber qualitativ ok und das Angebot war größer als an manchem deutschen Flughafen.
Für einen Flughafen, an dem nicht unmengen Geschäftsreisende zu erwarten sind, sondern der touristische Verkehr im Vordergrund steht, war das insgesamt fast mehr als ich erwartet hätte.

Unser Flug stand bereits sehr früh zum Einstieg bereit, so dass es für uns am Ende doch noch etwas hektisch wurde.

Im Premium Tarif sind neben Aufgabegepäck inkl. priority Gepäckbehandlung auch ein zweites Handgepäckstück, kostenloses Premium Menu und Getränke an Bord, sowie ein garantiert freier Mittelsitzplatz inklusve.

Der freie Mittelplatz ist bei ca. 4,5 Stunden Flug in klassischer Economy Bestuhlung schon ein Segen. Erlaubt er doch, die Zeitung oder das Tablet mal schnell auf dem freien Sitz abzulegen oder das Getränkeglas auf den Klapptisch am freien Mittelsitz abzustellen und somit den Bereich vor dem eigenen Platz frei zu behalten.

Der Getränkeservice war aufmerksam und wir wurden mehrfach während des Fluges gefragt, ob wir etwas trinken möchten. Als Speise gab Schnitzel Wiener Art mit Röstkartoffeln, was an sich in Ordnung war und als Dessert eine Art Apfelkompott mit Schokosauce oder wie man es bezeichnen mag, was von der Geschmakcskombi etwas gewöhnungsbedürftig war. Ob man dieses Essen, das im Wesentlichen von der Qualität her einem früheren standard Flugzeugessen entsprach, als Premium bezeichnen kann, sei einmal dahin gestellt. Es verkürzte auf jeden Fall die gefühlte Flugdauer.

Die Kabine war durchschnittlich sauber, jedoch habe ich die Kabine des Lauda Motion Fliegers auf dem Hinflug als gepflegter empfunden.

Als etwas nachteilig empfand ich, dass die Kabine der Premium Class nicht wenigstens mittels eines Vorhangs vom Rest der Kabine getrennt war. Erstens war man permanenten Blicken von hinten ausgesetzt, wenn man mehrfach ein kostenloses Getränk erhielt etc. zum anderen drängten sich viele Menschen zur vorderen Toilette, was auf weiten Teilen des Fluges für wartende Personen im Bereich der ersten Sitzreihe  sorgte. Dies fördert einerseits nicht die gewünschte Ruhe, die man sich als Gast eines Premium Tarifes ausbitettet, des weiteren ist es wenig angenehm, wenn man ständig stehende Personen mit ihrem Hintern in eigener Gesichtshöhe neben sich findet. Insbesondere dann nicht, wenn man für diese Sitzposition auch noch extra bezahlt hat.

Ein weiteres Manko war die Gepäckbehandlung. Da unser Flug relativ spät in Düsseldorf ankam und wir noch eine Bahnfahrt vor uns hatten, waren wir eigentlich über die Priority Gepäckbehandlung erfreut, hätte sie es uns doch ermöglicht möglichst schnell die Ankunft zu verlassen und Heimweg anzutreten.
Leider kam trotz gekennzeichneter Gepäckstücke Norberts Koffer erst mit den allerletzten Koffern aufs Band, was für mich ein absolutes NO GO ist.
Kann man sich über die Abtrennung der Kabine, die Anzahl der Getränke oder die Qualität des Essens sicher kontrovers streiten, so ist eine Vorzugsbehandlung beim Gepäck ein definitiv versprochener und im höheren Flugpreis bezahlter Vorteil. Wenn ich dann länger auf meinen Koffer warte, als alle anderen, dann ist hier definitiv etwas schief gelaufen an dem Condort und deren beauftragte Handlingfirmen dringend arbeiten müssen.

Fazit:


Auch wenn ständig behauptet wird, Fliegen würde immer billiger, so kann ich dies nicht bestätigen, wenn man zusätzliche Leistungen wie Aufgabegepäck, zusammenhängende Sitze etc. benötigt.
Für einen Condor Return Flug von Düsseldorf nach Las Palmas habe ich 2012 noch rund 250 Euro bezahlt. Damals waren Freigepäck, Getränke an Bord und ein Essen, welches der Qualität des nun angepriesenen Premium Menus mindestens gleich kam, wenn nicht sogar besser war, bereits als Standard inklusive. Lediglich der freie Mittelplatz war nun ein neues Privileg durch die Premium Class. Ob man hier also von einem Preisverfall sprechen kann bleibt dahingestellt.
Insgesamt würde ich aber sagen, dass der Preis für angebotene Leistung, die Freundlichkeit des Personals und die Länge der Flugstrecke durchaus in die Welt passt und sicher nicht zu teuer war. Eine wirkliche Premium Behandlung, wie man sie von Business Class Flügen kennt sucht man bei Condor allerdings vergeblich. Wer auf den freien Mittelplatz verzichten kann, z.B. weil man ohnehin in einer 3er Gruppe fliegt und zusammen sitzen möchte und auf das Essen keinen gesteigerten Wert legt, der sollte ruhig einmal vergleichen, wie viel er mit einem „normalen“ Tarif sparen kann. Insbesondere dann, wenn man z.B. mit drei Personen nur zwei Koffer als Aufgabegepäck benötigt, lässt sich hier noch einiges einsparen.

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